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theaterbaustelle

Die theaterbaustelle gibt es nun seit über 10 Jahren. Viele haben auf der Baustelle mitgearbeitet. Als Schauspieler, Praktikanten, Regisseure, Techniker, Assistenten, Übungsleiter, Dramaturgen, Abenddienstler, Homepagepfleger, Beitragszahler, Moderatoren, Musiker, Jurymitglieder und und und. "Was macht Ihr denn?" haben wir uns gefragt. Die Antworten seht Ihr hier:

Karsten Barthold

Herr Barthold hat auf der baustelle an diversen Löchern mitgegraben - als Regisseur („Die Ausnahme und die Regel“), Dramaturg („WeltAllTag“) , Moderator (Preisverleihung „Stückwerk I“), Projektleiter („Hexenlied“), Geldeintreiber an der Abendkasse, Auskehrer im Russischen Pavillon, Gesellschaft beim Verzehr alkoholhaltiger Getränke & unvergessen als Beitragszahler der ersten Stunde. Gewappnet mit diesen Erfahrungen bahnte er sich seinen Tunnel als Regieassistent und Spielleiter für Stücke mit Noten durch das Theater in Hof (www.theater-hof.de), die Oper in Köln (www.operkoeln.de) und buddelt momentan an der Staatsoper in Hannover (www.staatsoper-hannover.de). Neben diversen Kindermusicals, die er regelmäßig in Stuttgart inszeniert, hat er am Theater Hof seine Spuren mit dem Werwolf-Musical „Fletsch – Saturday Bite Fever“ und Menotti’s Kinder-Oper „Chip und sein Hund“ auf der Bühne hinterlassen, an der Oper Köln mit dem Doppelabend „Stabat Mater / Oedipus Rex“ und am Theater Vorpommern (www.theater-vorpommern.de) als Regisseur & Autor mit dem Auftragswerk einer 20er-Jahre-Revue. Im Herbst 2011 inszeniert er „Jekyll & Hyde“ bei seinem ehemaligen Arbeitgeber in Hof und wird von dort aus bestimmt auch mal wieder in Leipzig vorbeischauen um in stillem Gedenken an den einst so leidenschaftlich ausgehobenen und mittlerweile sicher längst wieder zugeschütteten Löchern andächtig niederzuknien.
Karsten Barthold
Franziska Becker Franziska Becker

Immer offen für vielversprechende Ruhm-und-Ehre-Projekte fand die Grafik-Designerin Franziska Becker ebensolche bereits 2005 in der Zusammenarbeit mit der theaterbaustelle, angefangen mit dem Plakat zu Hexenlied bis zum Erscheinungsbild und Plakat von stückwerk II. Die ersten Plakate entstanden noch während ihrer Studienzeit an der HGB Leipzig. Mittlerweile hat sie trafik/Büro für Gestaltung gegründet und entwirft visuelle Kommunikationsmittel, Buchcover und Erscheinungsbilder, unter anderem für das GWZO Leipzig und das Leipziger Dokfestival.
Ansonsten ist ihr aktuell spannendstes Projekt ihre 2010 geborene Tochter Theresa.
Caroline Betz

Nach Salzburg und dem Mozarteum, dem Schlenker über Berlin und der theaterbaustelle in Leipzig (Toteau und der Autodieb; George Dandin) lebt Caroline Betz seit 2007 in Stuttgart und arbeitet dort und auch anderswo als freie Schauspielerin. Anderswo, das war bis jetzt zum Beispiel Coburg, Ansbach, Hamburg, die Schweiz, Wien und Warschau. Sie freut sich sehr, dass sie an so unterschiedlichen Orten mit so tollen Menschen und in so interessanten Zusammenhängen spielen konnte. Für Fotos, Daten und noch mehr Infos ist man jederzeit auf ihrer Homepage (www.carolinebetz.de) willkommen.
Caroline Betz

Johan Heß
Johan Heß

Johan Heß lebt seit 2008 in Hamburg. Er arbeitet als freier Regisseur
hauptsächlich am Deutschen Schauspielhaus und ein bißchen in der freien Szene. Er hat ein paar lustige Theaterformate erfunden und ein trauriges Käthchen inszeniert. Dann hat er ein paar Jugendliche in einem von der Theaterpädagogik 'Porno-Stück' genannten Lebensratgeber in den Selbstmord getrieben und den Heidelberger Stückemarkt gewonnen. Leider nicht allein. An der Freien Schauspielschule macht er Projekte über schöneres Scheitern und am Jungen Schauspielhaus über Kinderarmut und Afrika. Am liebsten sieht er sich aber gerade als revolutionären Frontkämpfer des Umsturzes der Kulturpolitik in Hamburg oder überhaupt des Systems in der ganzenganzen Welt.
Maxim Hofmann

Ich habe in der Ära Johan Heß im Jahr 2000 in Dario Fo´s "Bezahlt wird nicht" mitgespielt (Rolle des Giovanni). Damit waren wir dann auch ein Jahr später beim
deutsch-griechischen Theaterfestival in Köln.
Danach habe ich noch ein paar Theaterhospitanzen gemacht, bin aber doch in der Kleinkunst gelandet. Habe in verschiedenen Ensembles gespielt und musiziert,
doch mein Hauptprojekt, das "Ensemble Weltkritik" besteht nun schon seit 2006, wir haben einige Kabarettpresie gewonnen, sind in der ganzen Republik unterwegs und es läuft. Daneben gibt es noch das "happy-heimat-trio", das gibt es seit 2009. Damit bestreite ich einige spärliche, aber dennoch sehr erfolgreiche Auftritte.
Das Leben als freier Künstler ist hart, man muss sich ständig entscheiden und die Balance zwischen administrativer und kreativer Arbeit hinkriegen. Das Kabarett an sich
scheint mir ein rein wirtschaftlich viel 'überlebensfähiger' zu sein als die freie Theaterszene. Ich bewundere jeden, der in diesem Sektor an der Oberfläche bleibt.
Die Kleinkunst ist für mich aber auch sonst sehr passend, denn ich kann all meine Seiten oder Talente - seien es dichten, Lieder basteln, Texte schreiben, musizieren,
spielen, rumkaspern - ausleben.
Maxim Hofmann
Janna Kagerer Janna Kagerer

Janna Kagerer, legendäre Verlierer/in des theaterbaustellen-regieduells 2004, macht immer noch, was sie am liebsten macht, nämlich Theater, und das in der Stadt, die sie irgendwie hält: Leipzig. Mittlerweile mit Hilfe ihrer Partnerin in allen Lebenslagen Ulrike Böhm, und unter der Flagge des theater eumeniden, das nicht nur klassisches Schauspiel, sondern auch Songprogramme und Puppen-Figuren-Objekt-Theater im Repertoire hat. Und Lyrisches Theater, eine Form, die die Regisseur/in gerade selbst zu entwickeln versucht.
Stephan Koch

Als Regieassistent am Theater Ulm, lebe ich auch eher im Theater als in der 5er WG wo sich die Unordnung in meinem Zimmer mit jedem Theatertext den ich zur weiteren Arbeit mit heimnehme vergrößert. Lebe im Theater weil ich in der Regel dort frühstücke, Mittag esse und auch sonst 12-14 Stunden dort zu bringe. Zwischen der Produktions- und Probenbetreuung, lasse ich mich von einem Schauspieler im Boxen unterrichten und zwei Kollegen des Ballets bringen mir Steptanz bei. So habe halt auch Wäsche zum Wechseln, Duschzeug und meine Zahnbürste im Theater. Ich bin ganz froh das der Möbelfundus des abends abgeschlossen wird und so ab ca. 23:00 Uhr der Strom im Haus abgestellt wird, ansonsten würde ich dort sicherlich auch schlafen, was allerdings die Miete verringern würde.
In der laufenden Spielzeit werde ich den Jugendclub Schauspiel betreuen und Die Bakchen nach Euripides sollen erarbeitet werden.
Nach dieser für mich zweiten Spielzeit in Ulm bin ich allerdings auch auf der Suche nach neuen Aufgaben. Ich würde mich gerne als Regieassistent an einem größerem Haus weiterbilden oder auch in das Fach des Dramaturgen wechseln. Falls also Jobs bekannt werden, die nicht im Bühnenverein oder auf Theaterjobs veröffentlicht werden, ich bin für einen Hinweis dankbar.
Bei der theaterbaustelle war ich beim regieduell 2007 George Dandin  unter der Regie von Christian Müller mit viel Spaß im Schlafanzug und habe mir auf einer kleinen Drehbühne Hörner aufsetzen lassen.
Stephan Koch
Christian Müller Christian Müller

Christian Müller begann seine steile Karriere als Regieassistent in der legendären ersten Inszenierung des Vereins „Bezahlt wir nicht“ von Dario Fo. Schnell wurde klar, dass seine ganz besonderen Fähigkeiten einerseits im Choreographieren von Gewaltszenen und andererseits im Bekämpfen von Bränden in Theaterräumen liegt. Christian ist schon seit geraumer Zeit Mitglied im Vorstand der theaterbaustelle e.V., PR-Spezialist und gefürchteter Verhandlungspartner.
Regie führte er bei einigen baustellen-Produktionen, darunter dem regieduell 03 – an dessen Ende er beinahe erschossen wurde,
krank, der Lesung Ostwind, Toteau und der Autodieb und dem regieduell 07  – an dessen Ende er als Sieger auf der Bühne stand.
Seite 2007 arbeitet er als Regisseur, Regieassistent und Assistent der Dramaturgie am Jungen Ensemble Stuttgart JES. Dort sind zur Zeit zwei Inszenierungen von ihm zu sehen: Das Glück kommt wie ein Donnerschlag und Werther*.
Christopher Kloeble

Christopher Kloeble ist ein freier Autor und behauptet, dass er vom Schreiben leben kann. Wenn man nachhakt, fügt er hinzu, dass das vermutlich weniger an seinem Honorar als Dramatiker, Roman- und Drehbuchautor liegt, sondern an den günstigen Mieten in Berlin. Sein erster Roman „Unter Einzelgängern“ (DTV) erschien 2008 und wurde mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung ausgezeichnet. 2009 folgte der Erzählband „Wenn es klopft“ (DTV). Und demnächst erscheint sein zweiter Roman „Ein versteckter Mensch“ (DTV). Studium in Dublin, am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Er schrieb für die Süddeutsche Zeitung, war Teilnehmer des Manuskriptum-Kurses der LMU München und entwickelt Stoffe für Film- und Fernsehproduktionen. 2006 erzielte er beim Uraufführungswettbewerb STÜCKWERK 2 der theaterbaustelle den zweiten Platz. Zuletzt wurden seine Theaterstücke in englischer Übersetzung in Portland, Maine (USA) und in Iowa City, Iowa (USA) aufgeführt.
www.christopherkloeble.de
Christopher Kloeble
Wolfgang Müller-Schauenburg
Foto: Olivia König
Wolfgang Müller-Schauenburg
(in Tübingen seit 1968)

2001 „In den Augen eines Fremden“ bei Christine Rudolph
2003 „Mutmaßungen über K.“ bei Johan Heß
2005 altersgerechter Abschied von Nuklearmedizin und Klinik und der Beginn der Ausbildung zum Theaterpädagogen BuT bei der LAG Baden-Württemberg e.V. (Abschluss war im März 2010)
2008 ein Weltraum-Theater als persönliches Ausbildungsprojekt: „Ist der Tag ein Ort oder eine Zeit? Eine Wanderkarte durch das Weltall in 5 Maßstäben 1:100.000“
2009 die 4Maßstabs-Endform „Zu Fuß durch den Weltraum – ein Hauptschulprojekt“

Weltraum-Verstehen ist mir Lebensthema geworden.
2005-2009 lief bei der LAG ein sog. Scout-Projekt der hiesigen Landesstiftung, bei dem Theaterpädagogen und Naturwissenschaftler zusammen Partner der Erziehrinnen in anfangs 16 Kindergärten wurden: „Spielerisch die Welt erforschen“
Auch 2011 wird bei mir diese Arbeit im Kindergarten weitergehen.
Diese Umgebung hat das Weltraumthema geformt.
Die Metamorphosen der Theaterlinie gehen weiter.

Alexander Munzig

Ich setzte mir im Spätsommer 2006 den gelben Schutzhelm auf und betrat die theaterbaustelle in Leipzig. Christine Gerstner hatte gerade Ihr Stück „Levander Vestibül“ fertiggestellt und suchte u.a. jenen Levander. Nie hätte ich gedacht, was für eine intensive und unvergessliche Theatererfahrung diese Produktion werden sollte. Das Stück beinhaltete zwei Schauspieler, einen wunderbaren, fantasievollen Baum (der bei den Proben noch ein CD-Ständer war
;-), und ein einziges lautes Lachen. Ansonsten wurde für 90 Minuten kein Wort gesprochen - dafür aber getanzt, geputzt, geschlafen und gelitten. Es sollte aber noch einen zweiten Streich in der Baustelle geben - wieder mit Christine Gerstner in der symbolischen Regiebox. Diesmal fanden sich „völlig Unbekannte“ zu „Fast Nichts“, einem Stück kryptisch auf „Die Zeit und das Zimmer“ von Botho Strauß basierend, zusammen. Sahnetorten, Teetrinken und Jogging-Hose tragen - klasse ;-) Im Sommer 2008 zog es mich an die Schreibtische und Akten des DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) nach Bonn und schließlich im Februar 2009 in meine neue Theaterfamilie - die Bonn University Shakespeare Company (BUSC) Dort hauchte ich meinem Namensvetter in „A Clockwork Orange“ (Anthony Burgess), sowie Domitius Enobarbus in William Shakespeares „Antony & Cleopatra“ Leben ein, um im Sommer 2010 noch einer von mehreren „Man of the Moment“ (Alan Ayckbourn) zu sein. Die Baustelle in Leipzig war ein wunderbarer Bestandteil meiner Theaterreise - mal sehen, wohin diese als nächstes führt...
Alexander Munzig
Gunter Röhring Gunter Röhring

Im "Alter" ändert sich ja nicht mehr so viel, oder vielleicht doch. Ich arbeite seit mittlerweile 6 Jahren an/bei/in der Nikolaikirchgemeinde Leipzig. Im Laden in der Kirche verkaufe ich Bücher, Postkarten und CDs und versuche möglichst objektiv und umfassend Auskunft zu geben wie das mit Leipzig und der Kirche und 1989 so gewesen ist. Das ist gar nicht so einfach, aber macht großen Spaß. Manchmal bei Kirchführungen oder Gesprächen mit Gästen muß ich an meine Moderationstätigkeit bei diversen regieduellen oder Theatersalons denken und mir wird schwer ums Herz. Manchmal muss ich mir auch Mühe geben moderat zu bleiben. Kann es so etwas noch einmal geben? Ich hoffe ja, denn das vermisse ich. Unter nikolaikirche-leipzig.de bzw. unter buechertisch-nikolaikirche.de ist meine Arbeitsstelle zu finden. Aber besucht mich doch mal. Naja und wie gesagt, für szenische Lesungen und Moderationen verschiedener Art bin ich gerne zu haben.
Hannes Rudolph

Hannes Rudolph hat sich seit seiner Baustellenzeit, wie nicht nur
Insider wissen, einigermaßen verändert. Inzwischen hat ihn sein Leben für längere Zeit jeweils nach Tübingen, Berlin und Bochum geschicksalt. Gelandet ist er nun als Regisseur in Zürich, wo er am Schauspielhaus im Keller seine ersten Inszenierungen machte. Seither treiben ihn Arbeiten an die Stadttheater in Deutschland und der Schweiz. Für dubiosere und lustigere Projekte findet er sich ab und zu noch mit Johan Heß zusammen. In der theaterbaustelle war Hannes Gründungsmitglied und Regisseur einer Tübinger Produktion: In den Augen eines Fremden
Hannes Rudolph
Oliver Schmaering Oliver Schmaering

kreutz-schmaering.de
Larsen Sechert

Larsen Sechert, einer der ersten beiden Leiter des damaligen Baustellen-theatertrainings, clownert sich als Gerno Knall durch Kinderbuchläden, Theater und improviserte Bühnen, mimt zusammen mit Raschid D. Sidgi seit neuestem als Cirque Zébré im Duo und macht mit seinem, wie er es nennt, legendären Knalltheater Kneipentouren durch Leipzig, macht Sommertheater und initiiert die Leipziger Straßentheatertage. Nebenher erbeitet er Stücke mit Geistig Behinderten und Strafgefangenen und nimmt Clownsunterricht bei Töchterlein Finia.
Larsen Sechert
Kathe Stäcker Kathe Stäcker

Meine Beziehung zur theaterbaustelle begann eigentlich schon zu Beginn meines TW- Studiums durch die Bekanntschaft mit Christian Müller. Damals war ich gerade mit der „kopfigen" Studiobühne liiert. Christian begeisterte mich für die Rolle der Belisa in Lorkas „In seinem Garten liebt Don Perlimplin Belisa", um damit im regieduell gegen Mario Keipert anzutreten. Es war im Sommer 2003 und fand im Freilicht hinter dem Volkshaus statt. Ich hatte mich gerade von meinem Wunsch Schauspielerin zu werden verabschiedet. Trotz meines Talents waren drei Bewerbungen an den Hochschulen fruchtlos geblieben, was mich nicht gerade dazu ermutigte weiterzumachen. Ungezwungen und frei durfte ich die schönste und einzige Theatererfahrung meines Lebens mit dem heute vielversprechenden Regisseur Christian Müller machen. Es war diese Rolle, dieser Sommer und dieser Arbeit mit Christian, die mich mit der Theaterbaustelle und dem Regieduel 2003 verbindet!

Später hat es mich überraschend in die französische Theaterwelt verschlagen, wo ich noch bis Oktober 2011 für die Compagnie l'Opéra-Théâtre als Chargée de Diffusion arbeite. Hier darf ich eine völlig andere - eher vom italienischen Einfluss geprägte - Theatertradition erleben. Und hier habe ich einen weiteren „unausgebildeten" Schauspieler, Spassmacher und Lebemann kennengelernt, mit dem ich nun schon seit fünf Jahren mein Leben in Lyon teile.
Die Beziehung zur theaterbaustelle steht natürlich weiter. Nicht nur darin, dass ich heute - nachdem mich Christian dreimal dazu aufgerufen - hat das theaterbaustellen-Archiv mit meinen Beitrag vervollständige und wir eine sehr schöne Freundschaft pflegen, sondern auch in meiner nostalgischen Erinnerung an den herrlichen Theatersommer 2003!
Didi Voigt...

Jg. 1953; studierte Philosophie und (postgradual) Schauspielpädagogik in Leipzig; seit 33 Jahren Theatermacher (Regisseur, Schauspieler, Trainer) und Sprecher zur „Verteidigung der Poesie“; Profi seit 1984; davor und zwischendurch Lehrer, Klubleiter, Kulturverwalter, PR-Beauftragter, Barkeeper und Postbote; zwei künstlerische Theaterleitungen, 45 Regiearbeiten und über 135 Schauspielrollen in und mit 22 Off-Theatern sowie ca. 25 Film-, Funk- und Fernsehproduktionen; zwei Dutzend literarisch-musikalische Programme; 15 Jahre Amateur- und Jugendtheaterleiter in Leipzig; Gewinner des THEATERBAUSTELLEN-REGIEDUELL 2004 und 2006 / leitete das Theatertraining der BAUSTELLE 2006 und 2008 / Gründer der KLEINE.WELT.BÜHNE / hätte die „Anleitung zum Unglücklichsein“  nicht so wörtlich nehmen sollen, denn er lebt und arbeitet und verschleißt sich z.Zt. immer noch in Wien und Niederösterreich, kommt aber im April 2011 wieder zurück nach Leipzig
… will irgendwann so Theater machen können „alswiewenn Engel zieseln“. Oder so ähnlich.
Didi Voigt
Christoph Walther Christoph Walther

Christian Müller war mein Vorgesetzer bei der theaterbaustelle. Vor einigen Jahren habe ich ihm entsagt. Jetzt hat er mich gebeten einen launigen Text über mein derzeitiges Leben zu verfassen. Diesem Wunsch komme ich gerne nach, denn Christian Müller wohnt in Stuttgart und kann mir nichts mehr anhaben. Manchmal denke ich gerne an meine Zeit auf der theaterbaustelle zurück. Weltalltag, Die Ausnahme und die Regel, Ostwind, Hexenlied - das waren, und das sage ich ohne Flachs, wichtige Momente in meinem Leben. Weil es Laune gemacht hat. Weil es in gewisser Weise ein professionelles Arbeiten war oder zumindest mit der nötigen Ernsthaftigkeit betrieben wurde. Ebenso ernsthaft, wie das Projekt in dem ich jetzt Unterschlupf gefunden habe. Ich habe nämlich eine Band gegründet mit der ich auch auftreten kann. Sie heißt "Zärtlichkeiten mit Freunden" und ist gut bis sehr gut. Es ist nicht das gleiche, das ist klar, und ich würde, wenn ich die Wahl hätte jederzeit lieber auf der theaterbaustelle Schlagzeug spielen. Das ist so, wie wenn man mit Doreen Fichtner geht und lieber Winona Ryder haben möchte.
Nun ja.
Simon Wiese

Wenn ich an die theaterbaustelle zurück denke, dann fällt mir als erstes folgende Situation ein: Ich sitze auf einer mit Bauzaun umzingelten Bühne am Westportal des Zentralstadions und kürze einen Balken der Drehbühne für das regieduell 07 mit einer Handsäge. Tausende frustrierte Fußballfans der Verlierermannschaft umkesseln nach dem Spiel den Bauzaun und projezieren ihren Unmut auf mich mit "So ein Spinner, dafür gibt es Stichsägen". Zum Glück löste meine kleine chinesische Flachdübel-Zugsäge mit Griff aus dem Holz eines alten Besenstils, umwickelt mit einem Schnürsenkel keine Massenpanik aus und dank Peter, der den Bauzaun organisierte, kam es nicht zu Spontanübergriffen.
Mich auf die Sachen zu spezialisieren für die es eben keine Baumarktprodukte oder Ikeakram gibt, hat zu dieser Zeit angefangen und die theaterbaustelle war eine Station auf diesem Weg.
Mittlerweile bin ich selbstständig und fertige nach mehr oder weniger konkreten Wünschen und Ideen von Privatleuten, Freunden, Galeristen, Künstlern, Regisseuren Entwürfe an und/oder realisiere dessen Umsetzung. Funktionale Schlichtheit und Langlebigkeit sowie das Vermeiden von Dachlatten, Spax und Tape ist mein Motto und damit ein Bestreben Dinge und Werte zu schaffen die länger als bis zum nächsten Umzug halten, mitwachsen, und im Gegensatz zu manchen kompromissbehafteten Massenprodukten eben versuchen wirklich das zu sein was sie sein sollen: z.Bsp. ein Stuhl und kein Toaster.
Manchmal landet so einer aber auch während einer Performance im Schredder wie bei der Beckett-Lesung im Museum der bildenden Künste Leipzig (2006) geschehen. Das muss auch sein.
Nach wie vor komme ich trotz 4 Handsägen und 6 maschinellen Sägen ohne Stichsäge aus.
Vielleicht ändert sich das wenn Christian für die Revival-Show der theaterbaustelle eine geschwungene Show-Treppe braucht...
Simon Wiese
Carsten Wilhelm Carsten Wilhelm

Carsten Wilhelm lebt sein ca. 2004 in Berlin. Er arbeitet als freier Schauspieler, Sprecher und gelegentlich als Dramaturg, nie die Hoffnung aufgebend, das Studium habe etwas genützt.
Er war beteiligt an den eigentlich legendären theaterbaustelle-Produktionen „Liebesgeschichten“ in der Inszenierung von Johan Heß und „krank“ unter der Regie von Christian Müller.
Carsten Wilhelm hat seit dem in zahlreichen freien und halbinstitutionalisierten Theaterproduktionen gearbeitet und gespielt. Film und Videoproduktionen sind ihm nicht fremd geblieben.
Da man das Theater vermutlich zu Recht als geldarme, wenngleich beifallsreiche Kunst bezeichnen muss, hört man ihn gelegentlich bei Spiegel TV, in arte-Dokumentationen, als Audioguide-Sprecher, in Imagefilmen oder schlechter Radiowerbung.
   

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