 Johan Heß, Coffee & Cigarettes und Anne Gregor (v.l.n.r.) |  Oliver Mathes und Katja A. Pohl |
Probentagebuch vom 17.04.04-29.4.04
17.04.04
Filmaufnahmen die 2., mit Präsi und McCallum und ich sag euch, das war ganz großes Kino!
18.04.04
Langsam wird es knapp, die PANIK greift um sich, aber unser Johan behält die Nerven, tapfer steht er alles durch und bleibt ruhig und ruhig und ruhig!
Aber Achtung: wenn er beginnt an seiner Brille zu kauen, oder seine Stirn zu massieren, dann in Deckung gehen, oder flüchten!!!! Hauptsache weg!
[Hier noch ein Nachtrag vom Bühnenbildner und Chorprobenleiter:
chorische probe der schlussszene (ja mit drei "s"!)
es ist doch erstaunlich, wie sehr man sich darüber streiten kann, wann denn nun 8 schläge eines 4/4 taktes vorbei sind. vielleicht so nach 7 3/4 oder 8 1/2????
ein metronom ist schon ein gemeines folterinstrument!
Ende des Nachtrages]
19.04.04
Offenbarungen und Angrapschen auf Kommando waren das Motto des Tages.
Zitat: "auf ihre Führungskräfte vertrauen"; und als Frau zweifle ich nicht daran, dass die Führungskräfte eines Mannes zwischen den Beinen zu finden sind!
20.04.04
Kaffeenachschub geht zur Neige, der Zigarettenautomat ist geplündert.
Fazit: Zum nächsten Projekt sollten wir Tabak und Kaffee selber anbauen!
Wenn man die Darsteller sucht, sind sie in der Videothek nebenan zu finden, ja, richtig, in der Abteilung ab 18 Jahre, ein anderes beliebtes Ausflugsziel ist aber auch die Tanke um die Ecke.
21.04.04
Aufgrund eines Textänderungsverbotes waren wir gezwungen, nach anderen Artikulationsmöglichkeiten zu suchen. Dabei fanden wir nach monatelanger nervenaufreibender Suche heraus: "Hä ist kein Wort" dieses wurde dann auch gleich an die Wand des Proberaumes geschrieben, damit diese Weisheit für jeden zugänglich ist (das gleiche gilt für tja)!
Des weiteren wird das werte Publikum nun doch nicht in den Genuss der Filmaufnahmen kommen, da wir selbige kurzentschlossen für immer und ewig vernichtet haben (und das hat seine Gründe…).
22.04.04
Hausaufgaben: Plakate kleben und Flyer verteilen. Dabei sind der Kreativität für Befestigung keine Schranken gesetzt. Das Primärziel durfte dabei nicht aus den Augen gelassen werden: Aufmerksamkeit erregen, aber ohne Polizeigroßeinsatz.
23.04.04
Gedanken zur bevorstehenden Premiere!
-"Wie, nächste Woche ist schon Premiere…. Oh, boah, das ist aber schon bald!"
-"Langsam bekomme ich Panik wenn ich daran denke"
-"Ach, ich habe ein gutes Gefühl dabei"
-"Sind 4 Wochen Probe nicht vielleicht doch zu wenig?"
-"Das schaffen wir schon!"
24.04.04
Für verirrte Schäfchen gab es Sondersitzungen mit Prof.Dr. Johan Heß (Titel sind frei erfunden). Die große Frage: "Wie psychisch krank ist meine Figur" und "Wie kann ich mich in diese Figur hineinversetzen?"
25.04.04
Mittlerweile sind auch die Beruhigungstabletten zur Neige gegangen. Es droht der kalte Entzug, kein Nasenspray, kein Kaffee, kein Nikotin. Und die Proben nehmen kein Ende!
26.04.04
Als die Hospitantin zur Probe kam wurde sie mit 2 furchtbaren Dingen konfrontiert.
1: Der Frage nach der Farbe der Sackhaare - den Zusammenhang wollte ich gar nicht wissen!
2: Mit der vergeigten Fahrprüfung des Regisseurs. Nach einigen ausgiebigen Erklärungen, Skizzen, die zu umfangreich wären um sie hier abzubilden, tat er mir ja schon leid. Dabei ist ihm jemand von hinten draufgefahren. Jede Versicherung hätte ihn für unschuldig erklärt, aber der Prüfer war hart und unnachgiebig.
Folge dieses Geständnisses waren nur kleine Witze und Spitzen von der Seite.
Reaktion des Regisseurs: "Ich will darüber nicht mehr reden."
Am Ende eines harten Probetages erklang am Ende ein "Best of Stückesongs" - Und ich bin nicht schreiend rausgerannt!
27.04.04
Birdy 2 und Zell übten die 3 Szenen, während Birdy 1 mit Johan die Sprechchöre durchging!
Zell brachte dann alle anwesenden mit seinem "hä … hä … hä … hä" zum lachen. Und wir haben ja gelernt, dass ‚Hä' kein Wort ist! Und die Birdy-hinsetz-Rolle wurde noch einmal ausgiebigst betrachtet und für "putzig" erklärt.
Neue Versorgungsquelle waren die tschechischen Oblaten von Zell. (Jammijammijammi - das freut nicht nur den Dramaturgen). Fazit: Alex heißt jetzt nur noch "Oblaten-Mann".
28.04.04
Nun ist auch die Oblatenquelle versiegt und der Countdown ist spürbar.
Aber ein Gutes ist noch zu berichten! Der Zigarettennachschub läuft und läuft!
29.04.04
Aufbau in der Nato und die Feststellung, dass man nie Männer etwas machen lassen sollte. Sage und schreibe 3 Mann bedurfte es um ein Bühnenbildteil mit Stoff zu verhängen. Wo soll das nur enden!
Aber auch die Regiehospitantin verzweifelt, denn die bösen, bösen Schrauben sind gegen sie. Und sie wollen und wollen sich nicht reindrehen lassen. Schluchz…..!
Anmerkung: ein Darsteller kam zu spät. Ausrede: "Mein Toaster ist explodiert." - ich hab auch schon besseres gehört, aber ihm trau ich das zu.
30.04.04
2.Hauptprobe: Wiederholung der chorischen Elemente. Diesmal ohne Dirigent - und so klang es teilweise auch, am Ende und nach Zusatzproben funktionierte es…. Wer weiß wie lange!
Running - Gag des Tages: "Ich weiß, es gibt 9 verschiedene Meinungen, ich will nicht alle ausdiskutieren und jetzt macht ihr mal das, was ich gesagt habe!"
Davon gab es dann Variationen und Verunglimpfungen, die auf Grund ihrer "Brutalität" hier mit einem schwarzen Balken versehen wurden.
-" - "
 mißglückte akrobatische Einlage von Alexander Unger, daneben Fritz Feilhaber |  Martin Stache und Christoph Walther |
Probentagebuch vom 6.4. - 16.4
6.4.04
Probe mit Fritz und Alex, die ihre Hausaufgaben exzellent erledigt haben.
Aufgabe war es, einen kurzen Tagesablauf ihrer Figuren aufzuschreiben. Fritz mit einem Schmierblatt, zur Hälfte beschrieben und Alex mit einem 2,5 Seiten computergeschriebenen Abriss seines Tages. Nachdem er das vorgelesen hatte, waren wir uns einig! ER SOLLTE SCHRIFTSTELLER WERDEN!!!! Worte wie "hervorragend" wären untertrieben.
7.4.04
Proben mit Olli und Katja, die beiden kommen gut voran und wir erwarten alle sehnsüchtig die erste Probe der Szene, in der Olli sich auszieht.
Kaffeenachschub läuft, Nikotinkonsum steigt!
Am Abend Probe mit Martin und Christoph und der Feststellung, dass sich das nächste Bühnenbild nicht so hervorragend zum Rumspielen eignen sollte. Aber Spielfiguren, Bäume und kleine süße Legopferde, dazu noch Brumm-Brumm-Autos, und jedes Kind ist glücklich und beschäftigt. Leider nicht nur die! Schön, wenn Männer zu Kindern werden.
8.4.04
10 Uhr Proben: Lesen mit verschieden Ansätzen: "Sei mal sauer!"; "Mach sie mal richtig an!"
Zweite Aufgabe: Wie putzt der Sohn das Fenster bzw. wie schaut er aus dem Fenster?
Fazit: Der sollte auch mal bei mir putzen kommen!
Abendprobe: Fritz und seine Musikanlage, eine Liebe, die das gute Stück nicht überleben wird. Eine funktionierende Antenne ist nach dieser Probe nur noch ein Wunschgedanke. Aber Christoph und Martin freut es, so wird das gute Stück gleich als ausfahrbarer Schiebestock für Spielzeugfiguren benutzt.
9.4.04
Trotz Feiertag gab es Proben. Natürlich mit Olli und Katja und irgendwie war das Team in der Überzahl. Und ich weiß auch warum! Es war die erste Ausziehprobe für Olli, und Olli fand es sehr, sehr schön. Hoffentlich erkältet er sich nicht! (Erster Einmischversuch der Webmeisterin: Nur Olli fand es schön?)
"Klappe die 1.!", und die erste Filmszene war im Kasten, danach gab es eine Mittagspause mit gemeinsamen Pizzakonsum, über die Anzahl der geholten Pizzen schweigt die Produktion.
Feststellung: das Regieteam ist zum regelmäßigen Medikamentenkonsum übergegangen.
10.4.04
Probenfrei. Das Regieteam muss sich vom Kaffee-Nikotin-Medikamentenschock erholen.
11.4.04
Probe mit Olli und Katja. Erste Aufgabe des Tages, OSTEREIERSUCHEN!
Danach ist Vernaschen angesagt!
12.4.04
Massenszene: Anwesend waren - ja, interessant zu beobachten. Mal drei, mal sechs, mal acht Schauspieler da. Ein Kommen und Gehen wie auf dem Bahnhof.
13.4.04
Sohn war zu zeitig, Geschiedene auch, der Regisseur war pünktlich und die Regiehospitantin zu spät. Wie soll man da arbeiten?
Zitat des Tages: "Ich will den Telefonjoker und den Herrn Schmaering anrufen, was der Text bedeutet!".
Im Anschluss gab es noch eine Gesangseinlage. Der Sohn musste einsehen, dass es nicht "Hallelulja", sondern "Halleluja" heißt. Eine Stunde später hatte er es dann langsam drauf und sang es mit Inbrunst in seiner Szene.
Fazit: Interessante Töne, aber mein armes Trommelfell!
Doch das war noch nicht alles! Am Abend gab es Gesangseinlage Nr. 2!
Erst hat man zwei Stunden überlegt, was man denn in dieser Szene summen könnte und von Biene Maja über Benjamin Blümchen zu Pink Panther war alles dabei. Aber zum Schluss wurde es die Melodie der Olsenbande. (Bemerkung der Webmeisterin: Wie zur Hölle geht die? Kopfzerbrechen war erfolglos, vielleicht opfert sich die Produktion und summt es mir in einer Probenpause auf den AB?)
Zell: "Das kenn ich nicht"; es folgte eine Gesangs-Pfeif-Unterrichtstunde mit Fritz als Lehrer. (Bemerkung der korrekturlesenden Webmeisterin: Das war bestimmt erfolgreicher, als wenn Johan es vorgesungen hätte... *kopfeinzieh*) Das brachte in Kombination mit Kaffee und Zigaretten dreißig lustige Minuten für das Regieteam.
Doch nicht nur Pfeifen wurde trainiert, sondern auch animalische Laute.
Zitat: "...Tarnopolskaja...uh...ah...ouh...zzzzzzzz...fhhhh...oooooooooh"
14.4.04
Zitat: "Ich muss immer nur auf Befehl zucken, kann ich nicht mal was anderes machen?"
15.4.04
Frei, frei, frei, endlich wieder ein Leben außerhalb der Proben!
16.4.04
Tonaufnahmen im Studio, es war knapp, aber alles ist aufgenommen, bevor der TÜV das Studio auseinandernimmt.
Am Abend gab es Einzelproben! Unser Lautsprecher (Psychologiestudentin) kam aus der Klinik und zwar zu uns, zum gestörten Regieteam.
Fazit: Sie sollte ihre Diplomarbeit lieber über uns schreiben!
(Fazit der sich ständig einmischenden Webmeisterin: Korrekturlesen kostet 5 Euro oder dumme Bemerkungen! Und über Psycho und Theater kann ich jedes Lied mitsingen.)
 Romy Ellrich |  Pascal Pilgram |
Probentagebuch vom 29.3. - 6.4.
29.3.04
Leseprobe die 1.
anschließend Rollenbesprechung in malerischer Kulisse und mit einem Klangambiente zwischen Bühnen-Bild-Baulärm und Opernarien.
Feierliche Einweihung der Kaffeemaschine
30.3.04
Zur Belustigung des Regieteams gab es amüsante Improvisationsspielchen.
Improvisation, die 1.: Partyspiel (jeder versieht die anderen Mitspieler mit Eigenschaften und findet in lustiger Partyatmosphäre heraus, welche Eigenschaft ihm gegeben wurde. Dies studiert er durch das Verhalten der anderen Spieler ihm gegenüber)
Fazit: Das Partyspiel ist lustig, warum knicken wir das Stück nicht und spielen nur noch das lustige Partyspiel.
31.3.04
Rollenfindung: Stuhl an Stuhl, Rücken an Rücken. Sinn ist es, seinen Schauspielkollegen nicht zu sehen um sich damit ein unabhängigeres Bild von seiner und der eigenen Rollenfigur zu machen. Interessant daran ist auch, in den tiefen und schmutzigen Abgründen der Figurenvergangenheit zu wühlen.
Improvisation, die 2.: Das putzige Affenspiel (Das ist eine Abwandlung von "ich packe meinen Koffer", nur statt der Kleidungsstücke bedient man sich natürlichster Bewegungen. Spätestens nach der dritten Bewegung die man nachmachen muss, weiß man nicht mehr womit man angefangen hat. Was sich eh erübrigt, denn das Entknoten der Gliedmaßen bedarf einiger Zeit.)
P.S. Das lustige Partyspiel war auch wieder dabei, auf die Dauer ist es gesünder als sich zu verknoten.
20 Uhr: Kaffeepause mit der Erkenntnis: die nächste Regiehospitantin muss Kaffee kochen können (ernsthafte Überlegungen, ob man sie nicht durch einen Kaffee-Vollautomaten ersetzen oder gleich in einer Kneipe probieren sollte).
1 Stunde später: Erste Gehübungen unter der Fragestellung: "Wie läuft meine Figur?"
und "Nein, wir sind nicht im Zoo!" und "Wir sind keine Affen!" und "Nein, wir lausen uns auch nicht gegenseitig!".
22 Uhr: Die zweite Kanne Kaffee (nicht viel besser als die erste) und ein Sitzstreik (Denken am Boden).
1.4.04
12 Uhr Mittags: Probenbeginn, Regieteam vollzählig angetreten (bis auf den Dramaturgen, der verschimmelt sicher schon zwischen Büchern auf der unergründlichen und unendlichen Suche nach Texten für das Programmheft)
Das Problem: keine Schauspieler!
Fazit: "So kann ich nicht arbeiten"
14 Uhr: 2. Versuch einer Probe und siehe da, Schauspieler sind anwesend.
P.S. Diesmal gab es das lustige Partyspiel in einer Variation.
2.4.04 - 4.4.04
Erste Katastrophe: Regisseur außer Betrieb. Tick tack tick tack…..die Zeit bis zur Premiere läuft, die Grippeviren sind gegen uns, aber wir sind stärker!
5.4.04
Morgenprobe: erfolgreich, wenn das so weiter geht, sind wir nächste Woche fertig.
Nachmittag: erste Lektion (für die Regiehospitantin), wie koche ich mit bestem Wissen und Gewissen einen wohlschmeckenden Kaffee für den Regisseur! Endergebnis: Ich durfte gleich noch eine zweite Kanne Kaffee kochen (und wir sparen uns das Geld für den Automaten).
Danach Rollenfindung der Geschiedenen und des Sohnes. Sie: Ein Bauerntrampel mit Ladyschick. Dem Sohn dagegen kann kein Psychiater der Welt mehr helfen!
(Protokoll: Doreen Röder, Fotos: Christian Müller)
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