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theaterbaustelle

Nach dem erfolgreich bestrittenen regie\duell 2003 im Garten des Volkshauses hat die theaterbaustelle das offizielle Recht, weiterhin Theater produzieren zu dürfen.

Ausgestattet mit dieser Genehmigung zum Spielen, dem goldenen Regienald und der Gunst des Publikums auf seiner Seite, stürzt sich der Verein umgehend in seine nächste Produktion: Brechts "Die Ausnahme und die Regel".

Mit diesem Lehrstück aus dem Jahr 1930 schließen wir uns der äußerst erfolgreichen Reihe von Gerichts-Shows des (überwiegend privaten) Fernsehfunks an und hoffen natürlich auf eine ähnlich hohe Einschaltquote (was uns noch einmal meilenweit vor die Konkurrenz bringen wird und uns bestimmt auch im nächsten Jahr wieder den goldenen Regienald sichert und überhaupt alle andern müssen weg).

"Mit beharrlicher Regelmäßigkeit geistern Meldungen im Stile von "Gericht erkennt Naziparole als nicht gesetzeswidrig an" oder "Freispruch für Massenmörder" durch die Medien; also mit gesundem Menschenverstand nicht nachvollziehbare Entscheidungen von Leuten, die unverständlicherweise sehr viel Einfluss haben. Und genau darum geht es bei Brecht." (KB)

Ein Mord. In der Wüste Jahí. Ein unschuldiger Träger wird Opfer einer misstrauischen und geschäftsorientierten Kauffrau.
Nur: Wie die Richterin schließlich entscheidet, ist alles andere als unstreitbar.
Oder vielleicht hat sie ja recht?
Man kann den Trägern nicht trauen.
Die Richterin im Fokus: Was ist das für ein Leben, wenn man unvoreingenommen sein soll und gerecht? Biegt man sich das Gesetz zurecht? Oder glaubt man nur, daß man es tut? Bereut man Urteile?

Karsten Barthold, Gründungsmitglied der theaterbaustelle, setzt in seiner Bearbeitung den Fokus auf die Figur der Richterin und sucht nach den Hintergründen und Konsequenzen dieser Entscheidung und konfrontiert die Richterin direkt mit den gesamten Geschehnissen des Falles. Kann es sein, dass Richter nicht wirklich so perfekt und unfehlbar sind, wie es das Fernsehen immerzu suggeriert?

Also: nicht verpassen: die erste Live-Gerichts-Show Leipzigs im Großen Probensaal der Hochschule für Musik und Theater Leipzig im Dittrichring 21 vom 2. bis 5.10.2003 jeweils um 20.00 Uhr. Reservierungen unter 0341/4929389.
Selbstverständlich werbefrei.
(D.h., mal sehen)

die theaterbaustelle präsentiert:

vom 2. bis 5.10.2003 jeweils um 20.00 Uhr

Bertolt Brecht

Die Ausnahme und die Regel

Regie: Karsten Barthold

Es spielen:
Romy Ellrich
Muriel Zibulla
Christoph Walther
Christine Gerstner
Cornelia Schulze
Shivanhi Isabel Prinke

karstenundbrecht (22K)
K. Barthold und Bertolt B.(von rechts)

Großer Probensaal der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, Dittrichring 21

Kartenreservierungen unter 0341/4929389

Wenn der Unschuldige erschlagen ist
Sammeln sich die Richter über ihm.
Am Grab des Erschlagenen
Wird sein Recht erschlagen.


Bertolt Brecht


Und hier die LVZ-Kritik und die Inszenierungsfotos.

 

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