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Artikel zur Preisverleihung des
Uraufführungswettbewerbs stückwerk II
LVZ vom 06.07.2006.
Von Antje Hoffmann.

Im Schutz der Dummheit
Heute wird Dramatikerpreis im Lofft verliehen
(LVZ, 06.07.2006)

Christopher Kloeble ist Kinofan, liest Stephen King. Mit Theater hatte er wenig am Hut. Doch im Leipziger Literaturinstitut, wo er seit drei Jahren studiert, rutschte er auch in einen Drama-Kurs. Schnell zeigte sich das Unvorhergesehene: Das szenische Schreiben liegt dem 24-Jährigen. Sein erstens Bühnenstück: "Wenn möglich bitte wenden", das im Studium entstand, wurde beim Wettbewerb "Stückwerk" der Theaterbaustelle auf Platz zwei gewählt.

Nach zehn Teilnehmern in der ersten Runde im letzten Jahr musste die siebenköpfige Jury diesmal aus 46 Einsendungen aus ganz Deutschland die Besten herausfinden. Kloebles Text beschreibt Jurymitglied Johan Heß (Regisseur) als "spannend, charmant und sehr skurril". Im Mittelpunkt steht Karl, der bei einem Unfall seine Frau verliert. Als die Stimme aus dem Navigationssystem genauso klingt wie die Verstorbene, folgt Karl deren Anweisungen blind ...

"Es ist ein Roadmovie, eine ganz klassische Odyssee", sagt Autor Kloeble. Seine Bühnen-Naivität habe ihm beim Schreiben geholfen, glaubt er. "Es ist mir leicht gefallen, weil ich nicht so viele Theaterstücke kenne und nicht so vorbelastet war. Manchmal schützt halt Dummheit auch." Mit seinem Text lag er weit ab von den Trends der diesjährigen Wettbewerbsbeiträge. "Thematisch gab es viel zur aktuellen Terrorismusdebatte, viel Kapitalismuskritik und im Formellen war eine Abkehr vom klassischen Aufbau, auch von Figuren auffällig", fasst Heß zusammen.

Überzeugt hätten letztlich Texte, die eine "auffällige und eigenwillige Struktur hatten". Nach Wochen der Vorauswahl und mehrstündiger Abschlussrunde mit einen Jurykollegen - zwei Dramaturgen, ein Regisseur, ein Professor, ein Publikumsvertreter und ein Autor - fiel die Entscheidung. Silber für Kloeble, Bronze für Philipp Schulte aus Gießen für sein Stück "Schwunst". Der Hauptgewinn ging an "Toteau und der Autodieb" von der Berliner Autorin Arna Aley. Ihr Text wird als Teil des Preises aufgeführt, die Zweit- und Drittplazierten werden szenisch gelesen.

Kloebles Stück ist mittlerweile sogar gedruckt und verlegt, im Herbst ist er zu einer Autorenwerkstatt an einem der deutschsprachigen Theaterhäuser eingeladen - der Wiener Burg. "Auch wenn der Preis der Theaterbaustelle ein kleiner ist, gibt er mir eine extrem starke Motivation, weiterzumachen."


Antje Hoffmann
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