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Kritik zur Premiere
zu Levander Vestibül
LVZ vom 23.11.2006.
Von Mathias Wöbking.

Ohne Worte
Gute Details, schlichte Handlung: Die Theaterbaustelle langweilt mit "Levander Vestibül"
(LVZ, 23.11.2006)

Es liegt nicht an den hinreißenden Schauspielern. Nicht an Alexander Munzig, wie er als Levander Vestibül mit aufgerissenen Augen eine Stunde lang zunächst allein die Bühne ausfüllt. Nicht an Karina Zetzmann und ihrer bemerkenswerten Mimik, welche die letzten 30 Minuten der neuen Theaterbaustellen-Inszenierung mit einer Mischung aus Unschuld und Erotik auflädt. Auch Robert Kluges Bühnenbild - das zu kurze Bett, der tuchene Baum - ist charmant. Die Musik Stefan Hindtsches hat Ohrwurmcharakter. Auf drei Leinwänden kreieren fantastische Videogewächse die Atmosphäre eines psychedelischen Rockkonzerts der 70er Jahre - schön anzusehen.

Und jetzt kommt das große Aber: Das Stück "Levander Vestibül", das Dienstagabend im Kulturbundhaus Premiere hatte, ist langweilig. Nichts gegen Theater, das ohne Worte auskommt. Doch dass der Tagesablauf der Hauptfigur darin besteht, einen Apfel zu essen, den Baum zu gießen, den Boden zu wienern, wild durch die Gegend zu steppen und schlecht zu träumen, hätte man schon nach wenigen Durchläufen kapiert, nicht erst nach einer Stunde. Dass die Theaterbaustelle die Inszenierung Christine Gerstners als Märchen für Erwachsene anpreist, liegt jedenfalls nicht daran, dass Kinder die schlichte Handlung weniger verstünden. Sie wären aber vermutlich weniger höflich - und würden ihrer Langeweile anders als das wohlerzogene Premierenpublikum unruhig Ausdruck verleihen.


Mathias Wöbking
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