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student! über Hexenlied, Inszenierung: Muriel Zibulla

Freundschaft, Mut und ein geklauter Teddybär

Die Studentin Muriel Zibulla hat "Hexenlied" für Kinder inszeniert

Aufregung im Reich des gläsernen Mondes! Der furchteinflößende Windgeist Giacomo Fumo warf einst aus Angst sein Herz in eine tiefe Schlucht und verlor damit jede Fähigkeit, zu fühlen. Nun, nach 7000 Jahren hat er genug von der inneren Leere und will sein Herz wieder haben. Aber wie soll er das anstellen, wo er doch bereits überall erfolglos gesucht hat? Seine Schwester Schiroccina, die freundliche Windhexe, verrät ihm, dass ein Mensch ihm das verlorene Organ zurückgeben könnte. Als Mann der Tat versucht Giacomo sofort, einen Menschen in die Hände zu bekommen, erwischt aber versehentlich einen Teddybären. Der heißt Samson und gehört Lilli, die trotz aller Angst fest entschlossen ist, ihn zurückzuholen. Wie die Geschichte ausgeht, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Nur soviel: Ganz allein wird Lilli das Abenteuer um tanzende Schatten, geheimnisvolle Rätsel und eine Zauberflöte nicht bestehen.

Wie das Stück mit dem Namen "Hexenlied" zu Ende geht, kann man in der Theaterbaustelle herausfinden. Der Verein, der das Stück inszeniert hat, existiert bereits seit 1999. Er bietet Bühnenbegeisterten aller Art eine "Spielwiese". Wer Ideen hat und sich einbringen möchte, ist immer willkommen. Ob Eigenproduktion oder Klassiker, Theatertraining oder Textdiskussion = möglich ist alles.

Mit "Hexenlied" inszeniert das Theater in diesem Winter zum ersten Mal ein Stück für Kinder. Das ist vor allem der engagierten Regisseurin Muriel Zibulla zu verdanken, die vor einem Jahr von Lübeck nach Leipzig kam, um Politik zu studieren. Seit frühester Jugend hat sie schon als Schauspielerin am Theater, und auch in zwei Produktionen für Kinder mitgewirkt. Muriel findet, dass Kindertheater oftmals nicht ernst genug genommen wird, obwohl es von allen Beteiligten viel Einfallsreichtum verlangt und eine Herausforderung ist. Als sie zur Theaterbaustelle stieß, entstand bald die Idee, auch einmal ein Stück für Kinder zu machen. Deshalb wählte sie für ihr Regiedebüt "Hexenlied". Die Autorin Angelika Bartram schätzt sie für ihre moderne Art, Kinder in eine Zauberwelt zu entführen, ohne einen vordergründig erzieherischen Zweck zu verfolgen.

Das Projekt ist eine Zusammenarbeit mit dem Interkulturellen Zentrum e.V., das sowohl die Räumlichkeiten, als auch einen Teil der Finanzierung bereitstellte. Des Weiteren hoffen die "Bausteller" nun auf Unterstützung durch das Studentenwerk und natürlich auf die Einnahmen aus den Eintritten. Geprobt wurde wegen organisatorischer Probleme nur zweieinhalb Wochen, dann aber drei bis vier Stunden täglich. Für die Mitwirkenden, allesamt Studenten, keine leichte Aufgabe. Am Ende ist mit "Hexenlied" eine durchweg gelungene Aufführung entstanden. Angefangen beim Bühnenbild und den einfallsreichen Special Effects über die fantasievoll gestalteten Kostüme bis hin zu den wirklich überzeugenden Schauspielern. Auch jeder erwachsene Zuschauer wird in den Bann der Geschichte gezogen. Also nicht nur etwas für die Kleinen, sondern für alle, die, um es mit Peter Maffay zu sagen, "irgendwo Kind geblieben sind."

Kathleen Schlütter

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