| student! vom April über stückwerk I
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Ein Meteor für Schopenhauer
"theaterbaustelle" hat mit "stückwerk I" einen eigenen Dramenwettbewerb ausgeschrieben
"Heute gab es amüsante Improvisationsspielchen. Das Partyspiel ist lustig. Warum knicken wir das Stück nicht und machen nur noch das Partyspiel?" Auszug aus dem Probentagebuch von "stückwerk I", dem neuesten Projekt der "theaterbaustelle". Experimentell soll es sein, in Zusammenarbeit mit den Autoren, und vor allem etwas anderes als das, was normalerweise im Theater angeboten wird. Wenn man sich die Einträge im Probentagebuch ansieht, überlegt man, ob das schon dazu gehört. Von einer Regieassistentin, die nicht Kaffee kochen kann, erfährt man da und von diversen Aufwärmspielen. 
"Bei den anderen Theaterwettbewerben werden nie die Stücke genommen, die wir für gut halten", erklärt Christian Müller, Produktionsleiter und Pressesprecher in einem. Also begann die theaterbaustelle vor einem Jahr mit der Ausschreibung eines eigenen Stückewettbewerbs für die neue Dramatik. Eine fünfköpfige Jury wählte dann aus den elf Einsendungen die drei Besten aus. "Das war ziemlich haarig", erinnert sich Müller. "Schließlich hatte jeder seine ganz persönliche Sicht auf Theater."
In der Jury saßen Vertreter der Hochschule für Musik und Theater, dem Deutschen Literaturinstitut, der theaterbaustelle und ein Publikumsvertreter. Das Siegerstück "Welt All Tag" handelt von einem Terroristen in Form eines Meteors, der in eine "mediendominierte ent- und enddemokratisierte Wirklichkeit" einbricht. Er droht auf die
Erde zu stürzen, wenn es nicht eine Sondersendung über Schopenhauer gibt - mit mindestens 40 Prozent Einschaltquote. Als die Einschaltquote sinkt, nehmen die Dinge ihren Lauf... "Es gab wenige objektive Kriterien - Stil, Thema, also: was erzählt derjenige uns und wie ist es theatralisch umsetzbar", so Müller. Idealerweise sollen die Autoren an der Produktion der Stücke beteiligt werden. Die Inszenierung entsteht als Koproduktion von Regisseur und Autor.
Frank Conrad ist einer der Autoren.
Sein Stück "Ostwind" landete auf dem dritten Platz. Darin geht es um einen 50-jährigen Mann und seine 80-jährige Mutter, die parallel von ihren Beziehungsproblemen erzählen "Ich hab die Ausschreibung bei uns in Berlin an der Universität der Künste gesehen und einfach mal was eingeschickt" - als die Nachricht aus Leipzig kam, hatte der Student für Szenisches Schreiben den Wettbewerb schon fast vergessen. Wegen der Entfernung war er jedoch nicht an der Inszenierung beteiligt. Ob die 80-jährige Frau, die sich scheiden lässt, nun wirklich von einer 80jährigen gespielt wird, erfährt er erst auf der Premiere am 1. (eigentlich 2., Anm. der Webmeisterin) Mai.
Cornelia Kästner
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